23. – 30.05. 2026

Ganz anders als der erste Törn verlief die wöchige Reise mit Sarah und ihren Freundinnen Martina und Nathalie. Der leichte Wind passte zur Crew und die auserwählten Anlege- und Ankerplätze passten genau zu den Vorlieben der Ladies. Dabei war die Sarabella noch gar nicht bereit. Zwei Reparaturen machten uns noch Sorgen.
Murphy’s Law schlägt zu!
Wir wussten ja, dass die Toiletten nur bedingt brauchbar waren und legten deshalb einen Tag früher in Gouvia an. Aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass man gleich die Schmutzwassertanks ausbauen, gründlich reinigen und alle Schläuche ersetzen musste. Zum Glück konnten wir uns auf Nicos und sein Team verlassen und am Samstag Nachmittag, noch bevor Sarah mit ihren Freundinnen eintrudelte, schien alles paletti.

Doch es sollte nicht dabei bleiben: Kaum waren die WCs erfolgreich repariert, fiel der Landstrom aus, d.h. wir merkten es erst, als der Staubsauger nicht mehr lief. Wir nahmen ihn auseinander, ohne einen Fehelr zu finden, bis wir merkten, dass der FI-Schalter einen allgemeinen Kurzschluss anzeigte. Nach einer langen Fehlersuche (Ladekabel, Verbraucher, Steckdosen) stellte sich heraus, dass es der Boiler war. Wahrscheinlich war die Heizspirale durchgerostet und machte einen Kurzschluss. Einziger Bonus: Die Auswechslung der Bugbatterien für die Ankerwinde und das Bugstrahlruder klappte anstandslos; Plug’n play.
Karvouno aber ohne Steg

Die Morgenstimmung verhiess noch keinen sicheren Sonnentag, wie man sich das in dieser Gegend gewohnt ist. Bevor wir ablegten, konnten wir noch ein Spektakel in der Marina bewundern. Für eine Megayacht wurde der 50 m hohe Mast mit zwei Kränen gesetzt.
Der erste Segeltag begann, wie er für einen Ladiestörn beginnen soll: Eine idyllische Vorbeifahrt an Korfu City, eine windlose Überfahrt ans Festland, eine kurze Amwindphase unter Fock um zu beweisen, dass wir auch anders können und eine professionelle Vertäuung bei Nicos Karvouno Beach, da der neue Steg noch nicht fertig gestellt war. Kaum angelegt, setzte ein Landregen ein, was der guten Laune der Crew aber keinen Abbruch tat. Jetzt mussten wir nur noch trockenen Fusses mit dem Dinghy an Land kommen, um in Nicos Restaurant zu essen.

Die Bucht mit den zwei Felsen
Wir brachen erst um elf Uhr auf, da es bis zur „Two Rocks Bay“ nur 20 Meilen weit ist und der Wind erst am Nachmittag kommt. In Parga machten wir einen Lunchhalt vor Anker und hatten geplant, das nette Städtchen mit dem Shuttle-Wassertaxi zu besuchen. Doch dann siegten die Seglergedanken, denn es hatte jetzt konstanten Westwind mit drei Beaufort und es wurde noch mehr, als wir die Bucht verliessen. Er nahm bis auf 22 Knoten zu, so dass wir sogar den Reacher reffen mussten. Als wir nach einer tollen Stunde segeln um die Ecke in die Two Rocks Bay einbogen, waren Wellen und Wind weg! Wo hier im Sommer bis zu 40 Yachten ankern, herrschte Leere – es hatte nur ein zweites Boot vor Anker.
Wir liessen 50 Meter Kette raus, jagten noch einen Engländer fort, der uns zu nahe kam(„You are over our chain!“) und dann gingen die Ladies mit dem Schlauchboot an Land, wo hoch über der Bucht die coole Bar mit Musik sitzt, während ich unseren Platz verteidigte. Es kamen aber nur noch zwei Katamarane. Doch dann drohten schon wieder Gewitter und die Crew schaffte es mit gut geölter Kehle und Getöse gerade noch vor dem Regen an Bord zu gelangen. Abends gab es Fondue an Bord. Ein echter Schmaus!
Preveza – ein nettes Städtchen
Die Crew begann den Tag mit einem harten Workout. Eigentlich müsste heute eitel Sonnenschein herrschen. Aber es war bewölkt und nur 23 Grad warm, dafür bliess ein konstanter Nordwestwind, der uns erlaubte, fast die ganze Strecke mit Gross und Reacher zu segeln. Nach 23 Meilen und vier Halsen waren wir um 16 Uhr in der Marina Preveza gelandet. Die Crew ging in den Apéro in diesem netten Städtchen, das im Sommer voll touristisch ausgerichtet ist aber jetzt immer noch im Winterschlaf dahin döste. Die beste Taverna war schnell gefunden, schliesslich waren wir letztes Jahr schon hier gewesen und das „Kaiksis the Mermaid“ ist absolut empfehlenswert.
Auf dem Weg zurück – leider ohne Wind!
Zum Glück hatten wir gestern fast alles unter Segel zurücklegen können, denn für heute war für die 35 Meilen nach Paxos wenig Wind angesagt. Sobald der Wind über sechs Knoten sprang, versuchten wir zu segeln, aber am Schluss waren es nur sieben Meilen. Nach einem kurzen Badehalt zur Abkühlung auf Antipaxos, waren wir gespannt was uns in Gaios erwartete. Wir hatten drei Optionen: längsseits am Steg eingangs Hafen anlegen, mit Buganker am zweiten Steg mit Heckleinen, der aber wegen Winterliegern voll war oder gegenüber zu ankern mit der Rattengefahr (Alles schon mal erlebt!). Aber wer hätte es gedacht, wir konnten tatsächlich längsseits zwischen einer grossen Motoryacht und einem Charterboot anlegen – ein Lucky Punch! Wir traffen nochmals die lustigen Australier Rob und Diane, die auf einer Art Gület eine Inseltour machten. Sie brachten gleich noch ein französiches Segelpaar mit und es ging multilingual beim Apéro wieder hoch zu und her!
Korfu – aber noch mit Gourmet-Stopp
Die Crew ging noch shoppen im Städtli und wir legten erst um 12 Uhr ab. Nach drei Meilen ankerten wir an der Nordspitze von Paxos in der wunderschönen Bucht von Lakka und machten eine Lunchpause. Um zwei Uhr kam der Westwind auf und wir pflügten mit 8.5 Knoten SOG (Speed over Ground) und für einmal unter Schräglage Richtung Korfu. Um 17 Uhr gingen wir vor der „Taverna Panorama Notos„, die in einem prächtigen Palmenhain liegt, vor Anker. Das Nachtessen war erstklassig und passte zum Abschlussabend für diesen gelungenen Törn.
Das muss auch noch erwähnt werden!
Die letzten 10 Meilen bis zu Gouvia Marina waren ereignislos, da es kaum Wind hatte. Als wir unseren Stammplatz anliefen, stand dort unser Nachbarboot – eine deutsche Motoryacht. Obwohl unsere Mooringleinen beschriftet sind, hatten die Dumpfköpfe es doch geschafft unsere Heckleinen zu nehmen und dazu noch die Mooringleine abzureissen. Für den € 11’000 teuren Jahresplatz würden wir eigentlich einen besseren Service erwarten!
Aber davon abgesehen, war diese einwöchige Reise mit Sarah, Martina und Nathalie eine absolut gelungene Woche gewesen. Wir hatten die passenden Anlegeplätze ausgewählt, in jeder Taverne ausgezeichnet gegessen, viel gelacht und die Ladies bekamen doch einiges Seglerisches mit. Nächste Woche wird es mit Sonja an Bord etwas ruhiger zu und her gehen.






