Korfu – Zakynthos 2 2026

05. – 19.08. 2026

Es ist immer wieder interessant, wie verschieden ein Törn trotz gleicher Strecke verlaufen kann. Diesmal waren Lilo und Kurt an Bord und die zwei Wochen waren geprägt von wenig Wind. Dafür kamen Hafentage und Ausflüge mehr zum Tragen.

Wie war das gleich mit Yachtcare?

Unser Stegnachbar informierte uns, dass die Sarabella an einem Starkwindtag anfangs August auf dem Steg aufgeschlagen habe. Die angefunkten Marineros wären nicht gekommen und Nicos musste schnell zu Hilfe eilen. Wir sind enttäuscht vom Verhalten der Marina! Sie entschuldigten sich zwar, behaupteten aber, dass niemand die Marineros angefunkt hätte.
Um elf Uhr legten wir mit Lilo und Kurt an Bord ab, tankten noch und motorten nach einem Lunchhalt bis vor den Ankerplatz bei Petriti. Unterwegs trafen wir illustre Boote – Bluffer und auch seltsame Touriboote. Leider hatte es heute keinen Wind. Der Platz in der Taverna Panorama war reserviert und wir assen wieder hervorragend (Red Snapper!).

Blufferyacht mit Heli
Seltsame Touriboote …
Fischeessen in Panorama Notos.

Karvouno mit Leinensalat

Es hat schon wieder keinen Wind, absolute Flaute. Wir mototren die zwölf Meilen nach Karvouno Beach am Festland rüber. Nicos hatte uns einen guten Platz zugehalten und vertäute uns in gebührendem Abstand von einer lärmigen Chartercrew mit elf (!) Leuten auf einer 40 Fuss Yacht. Ihr Landgang war abenteuerlich! Am nächsten Morgen passierte uns dann noch ein Missgeschick: Da wir eine Mooringleine zu spät lösten, geriet sie in den Propeller. Nikos eilte zwar sofort herbei und vertäute uns nochmals. Ich wollte den Held spielen und tauchte um die dicke Leine durchzuschneiden. Ich schaffte es nicht ganz, so dass Jorgos, der dies offenbar gerne macht, den Rest erledigte und sie die Leine wieder zusammenknüpfen konnten.

Sonnenaufgang vor Petriti

Paxos – zum Glück reserviert

Die Fahrt zur Insel Paxos brachte endlich den Wind, den wir zwei Tge vermisst hatten. Wir konnten sogar eine kleine Regatta machen, den ersten Teil gewannen wir, beim zweiten mussten wir den Gegner vorbei lassen. Für den reservierten (letzten!) Platz platzierten uns die diversen Stegmeister zwischen zwei Riesenkats, die zuerst mal zur Seite rücken mussten. Diesmal hatten wir sogar eine freie Stromsteckdose erwischt.

Parga – Stadtbesichtigung

Der heutige Schlag (zehn Meilen) von Paxos nach Parga (Festland) verlief ereignislos mit wenig Wind. Wir ankerten vor dem Strand und kriegten einiges an Strandattraktionen geliefert. Für den Rundgang durchs Städtchen holte uns das Taxiboot ab, das rundum die Segler in der Bucht einsammelte und an den eine Seemeile entfernten Stadtquai brachte. Parga ist zwar immer noch recht authentisch aber es quoll ziemlich über von Touristen.

Auf zu den Südinseln

Nach einem Zwischenstop in Preveza, das wir endlich mal mit idealem Wind ansteuern konnten, kam am anderen Tag schon Lefkas, das Tor zu den Südinseln, in Sicht. Die Brückenpassage ging ohne Stress über die Bühne. Nur ein 80-Fuss Katamaran fand partout, dass er Vortritt habe, was ich mit einem lockeren „Ziga,Ziga“ (nur mit der Ruhe) konterte. Später im Kanal nach Süden überholte er uns mit zehn Knoten, obwohl die Höchstgeschwindkeit auf fünf Knoten beschränkt ist!
Bis Syvota gab es vier Halsen unter Reacher und dannn legten wir schon am Steg bei Viola an – business as usual – und blieben gleich zwei Nächte. Für das Nachtessen fanden wir ein neues, ausgezeichnetes Fischrestaurant ganze am Ende der Bucht. Kudi und Lilo verbrachten den Tag mit einer ausgedehnten Wanderung über die Hügel der Insel, während ich mich mit der Verkaufsdoku beschäftigte. Wir hatten uns nämlich letzte Woche entschieden, dass nach es nach 20 Jahren Sarabella(s), 50’000 Meilen und mit 72 Jahren der richtige Zeitpunkt ist, um die Sarabella zu verkaufen.

Am Ende der Bucht in Syvota fanden wir ein gutes Restaurant.
Es ist Zeit aufzuhören – die Sarabella wird verkauft!

Der Schlag von zwölf Meilen bis Vathi (Ithaka) kam mit böigem Nordwestwind daher. Zuerst setzten wir den Reacher, aber dann begann die Rollvorrichtung oben zu klemmen und wir zogen ihn ein. Mit Fock und Gross ging es eben so schnell voran und um 17 Uhr setzen wir den Anker in der grossen Bucht von Vathi. 70 Meter Kette bei zehn Meter Wassertiefe mussten halten, obwohl es Böen bis 25 Knoten hatte. Wir hatten genug Platz zum Schwojen und blieben aber aus Sicherheitsgründen an Bord und Regi kocht für uns. Erstaunlich, wie einige Charter-Crews (Katamarane!) ohne Skrupel für das Nachtessen an Land übersetzten, ohne sich irgendwelche Gedanken zu machen, ob der Anker bei diesen Windverhältnissen hält oder man in andere Yachten abtreiben könnte. Wir sparten uns den Stadtrundgang per Dinghy für den nächsten Morgen auf.

Wetterwechsel

Ein Wetterwechsel schien auf Wochenbeginn bevorzustehen und der Wind hatte sich heute versteckt. Zum Glück waren es nur zwölf Meilen bis zur nächsten Insel. Wir hatten einen Platz am Stadtquai von Sami reserviert, wobei dies gar nicht möglich wäre. Das fanden wir aber erst raus, als wir bezahlten und uns die Hafenmeisterin erklärte, dass ich wahrscheinlich mit einem illegalen „Hafenmeister“ gesprochen hatte, der gleichzeitig für die winzige Marina zuständig war und keine Versprechen machen darf. Echt griechisches Chaos, was zum Charakter des Hafens gehörte – kein Strom – keine Mooringleinen – keine Platzeinweisung.



Wie üblich mussten wir mit Buganker anlegen, was zu den bekannten „Überwerfungen“ sprich Ankersalaten führt, die je nach Tonfall interessantes Hafenkino hergeben. Am nächsten Morgen traf es auch uns: Ein englischer Skipper verschätzte sich im Seitenwind und überfuhr mit Ruder und Kiel unsere Kette. Das Disaster war komplett, er brauchte ein halbe Stunde für die Klarierung, was einiges an Nerven kostete.

Die letzte Insel: Zakynthos

Nach einem Zwischenstop in Poros, wo Spyros, mein Lieblingshafenmeister im Ggensatz zu Sami, das strenge Zepter führt, war mit der Bucht Agios Nikolaios auf Zakynthos schon die letzte Insel erreicht. Hier half uns Dimitris an seinem Steg anlegen, obwohl ich wegen dem Swell einige Bedenken hatte und wegen dem Ruder drei Meter vor dem Pier anlegte. Zwei Stunden später beruhigte sich die Sache und wir konnten die Gangway runter lassen.

Vor zwei Tagen, als wir beim Regentag in Sami Pause machten, war ein unerwartetes Gewitter auf die Bucht eingefallen. Viele Boote wurden auf den Steg gedrückt und mussten fluchtartig den Liegeplatz verlassen. Eine Yacht, die aus unerklärlichen Gründen keinen Anker gesetzt hatte, sank sogar und konnte später gerettet werden.

Wetterwechsel in Sami und zum ersten Mal Jacke angezogen. Unsere Crew macht in Ag. Nikolaios die Blue Caves Tour.

Last Stop: Zakynthos Hafen

Bevor wir in Agios Nikolaios ablegten, machten Lilo und Kurt noch einen stündigen Bootsausflug zu den nahen und bekannten „Blue Caves“. Sie genossen alleine diese eindrucksvolle Höhlentour.
Wir waren enttäuscht, es hatte wieder keinen Wind! Wir legten deshalb einen ausgiebigen Badehalt in einer schönen Bucht zwei Meilen südlich von Ag. Nikolaios entfernt ein und motorten dann bis zum Hafen von Zakynthos. Um 14.30 Uhr belegten wir die Leinen am Stadtquai. Wir hatten diese Woche 171 Meilen zurückgelegt, aber 102 Meilen unter Motor fahren müssen. Wir assen zum Törnabschluss ausgezeichnet im noblen „Marpesa“ und ergötzten uns an der Nachtansicht des grossen Hafens.

Marpesa, gediegenes Restaurant für den Törnabschluss.
Zakynthos Port bei Nacht – eindrücklich
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